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"Einmal Garten to go, bitte!" Schloß Ippenburg 2015 Sommerfestival - Schauplatz des Urban Gardening 18. - 21. Juni 2015 www.ippenburg.de

Smoothies Garden to Go

Vor der agrarischen Revolution war der Homo Sapiens Sammler und Jäger. Seit dem hat sich der Mensch vom Bauern zum Landwirt, bis zum Agrarwirtschaftsfachmann entwickelt. Die Menschheit ist global von wenigen Saatgutkonzernen abhängig. Nahrungsmittel werden Orts unabhängig künstlich produziert. Die Böden sind zunehmend strapaziert und werden mit Pflanzenschutzmitteln und Kunstdünger präpariert. Ökologischer und schadstoffarmer Biolandbau nimmt immer mehr zu und Lebensmittelzusätze, Nahrungsergänzungsmittel und Energy Drinks gehören zum Alltag. So entwickelte sich seit etwa 100 Jahren auch die Kultur der Saft- und Smoothies Bars. Da Wildkräuter nachweislich wesentlich mehr Vitalstoffe als herkömmliches Gemüse in sich haben, werden sie zu grünen Smoothies verarbeitet. So wird der Mensch des Anthropozäns wieder zum Sammler und achtet daher auch auf intakte Wiesen und Ackerrandstreifen und Artenvielfalt im eigenen Smoothies Garten.


Werth - Die Insel des Clemens Für Schloss Clemenswerth zeigt Insa Winkler drei Objekte auf einer der Teichinseln, aus ihrer vegetabilen Glyphensammlung. Sie nennt diese Arbeit „Werth – Die Insel des Clemens“ und nimmt damit nicht nur Bezug auf den Namen Clemenswerth, sondern erklärt ihn auch gleichzeitig. Denn das Wort Werth steht für eine Binneninsel. Für Kurfürst Clemens August sollte die Jagdschlossanlage seine Insel sein, auf die er sich zurückziehen konnte. Ein Refugium, um sich von der Last seiner vielen Ämter und den gesellschaftlichen Zwängen zu erholen.

Insa Winklers Installation mit stilisierten Palmen symbolisiert solch eine Insel. Eine idealtypische Insel mit Palmen, so wie wir sie aus Filmen kennen. Dabei steht die Palme als biblische Pflanze für Frieden, Auferstehung und ewiges Leben. Es ist eine Insel, die in unserer Vorstellung die Sehnsucht nach Ruhe und Abgeschiedenheit von allen Alltagsproblemen erfüllt. Doch dieses Ideal bleibt Vorstellung, denn es gibt sie in der Realität nicht. Selbst die Natur führt einen ständigen Kampf. Und auf dem zweiten Blick sind diese analogen Palmen sinnbildliche künstliche Ikonen, wie auch unsere Kulturlandschaft durch und durch vom Menschen geformt ist und hierbei mancherorts auch illusionistische Anmutungen hervorbringt.

Oliver Fok
Direktor
Emslandmuseum
Schloss Clemenswerth